30 Jahre DGI Bauwerk – Festabend in der Akademie der Künste am Pariser Platz

Der Blick in die Zukunft stand im Mittelpunkt des Festprogramms.

30 Jahre DGI Bauwerk - Festabend in der Akademie der Künste am Pariser Platz

Zur Begrüßung gaben Bernd Tibes und Uwe Hermann auch nur einen kurzen Rückblick auf den Werdegang des Architekturbüros. Sie verwiesen mehr auf die in einem Zeitraum von dreißig Jahren einhergehenden Veränderungen in der Arbeitswelt von Architekten. Die Festrede von Dr. Ursula Baus zeigte – mit einem zwinkernden Auge – denn auch folgerichtig zunächst die Schwierigkeit der Einordnung von Zeitlichkeit bei dem Begriff der Zukunft, bevor sie – als Architekturkritikerin nicht zögerlich – auf gesamtgesellschaftliche Zukunftsphänomene wie u.a.  den Tücken einer smart organisierten Hoteltechnik einging und die Relevanz der Zukunftsthemen in Beziehung zu den Aufgaben für Architekten setzte. Damit war der Bogen gespannt für Lucas Tibes, der mit dem Thema Realisieren 4.0 aus Sicht eines Wirtschaftsingenieurs digitale Zukunftsszenarien in Bauprozessen entwarf. Anschließend stellten zwei Preisträger des Tibes Stipendiums und Absolventen der Universität der Künste Berlin ihre Forschungsarbeiten vor. Robert Patz untersuchte Datenbrillen als Werkzeug für einen computergestützten Entwurfsprozess. Bastian Beyer brachte sein Modell „Growing Structures“ gleich mit. Mit beeindruckender Erfindungsgabe experimentierte er an einem Prototyp, einer solarbetriebenen Maschine, die aus Baumwollfasern und Leinölharz Schicht für Schicht eine energieautarke, CO2-neutrale, turmartige Konstruktion produziert.  Beyers Vision ist der Einsatz der „Growing Structures“ für die Renaturierung des Aral-Sees.
Den Übergang zu Festmusik von Anna Margolina & Band und der Party in der Lounge mit Blick auf das im Rahmen des Festivals of Light illuminierte Brandenburger Tor gestaltete der langjährige Bauleiter Michael Waldek. Berüchtigt für seine humorvolle Selbsterkenntnis und herzhafte Satire skizzierte er unter dem Titel „Bauleitung 2025 mit Brandmeldeanlage“ ein Szenario, das die Rollen von Bauherr und Architekt verkehrte – und die mehr als 250 Gäste köstlichst amüsierte.