Der Bauwelt Kongress 2025 unter dem Leitmotiv „Reserve“ hat eine grundlegende Frage ins Zentrum gestellt: Was ist eigentlich der Auftrag der Architektur? Luisa Neubauer betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass der Auftrag über die Frage hinausgeht, was wir bauen – entscheidend ist, was wir unter einem lebenswerten und zukunftsfähigen Leben begreifen.
Das Konzept der autogerechten Stadt hat Jahrzehnte funktioniert – doch es beantwortet die Fragen unserer Zukunft nicht mehr, wie Boris Schade-Bünsow aufzeigte.
Heute zählt vor allem: Reserven dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden, Räume klimaresilient zu gestalten und Entscheidungen zu treffen, die langfristig tragen. Wandel zeigt sich auch in der Frage, wie wir Gebäude ausstatten – mit Materialien und Technologien, die eine lange Lebensdauer aufweisen und Handlungsspielräume für künftige Generationen eröffnen, wie Wiebke Becker von JUNG betonte.
Henri Bava erinnerte daran, dass unsere Verantwortung noch weiter reicht: Architektur und Stadtentwicklung müssen allen Lebensformen auf diesem Planeten ein stabiles und tragfähiges Umfeld ermöglichen. Denn Architektur ist untrennbar mit ökologischen Systemen verbunden.
Reserven sind daher nicht nur in Form von Flächen oder Materialität zu verstehen, sondern stehen auch für zwischenmenschlichen Kompetenzen, Verantwortung und der Fähigkeit, sich neue Zukünfte vorzustellen.
Und letztlich geht es um etwas Grundsätzliches: Kommende Generationen sollen spüren, dass wir eine gebaute Umwelt schaffen, die ihre Zukunft trägt und stärkt.
Danke an Bauwelt und alle Vortragenden für den impulsgebenden Kongress und den wertvollen Austausch mit Partner:innen und Hersteller:innen!
Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!
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